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Studie Stadtmacher und -macherinnen: Die neue Vielfalt intermediärer Stadtentwicklungsakteure


Menschen in der Innenstadt

Stadtmacher – hinter diesem Begriff steckt eine zunehmende Vielfalt von Einzelpersonen und Initiativen, die Einfluss auf stadtplanerische Entscheidungen und Gestaltungsprozesse im Sozialraum nehmen. Sie sind aktiv Gestaltende, die ihr "Projekt" verfolgen und zugleich Mittler zwischen Bürgern und Bürgerinnen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft sind. Bürgerplattformen, Stadtteilinitiativen, Urban-Gardening-Aktivisten und Aktivistinnen gehören zu diesem Akteursspektrum ebenso wie Bildungsinitiativen im Quartier und neue Migrantenorganisationen mit einem ausdrücklichen Beteiligungsanspruch. Aber auch die zahlreichen Refugees-Welcome-Initiativen verfolgen einen gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch: Indem sie alternative, gemeinsame Wohnprojekte von Menschen mit unterschiedlichem Bürgerschaftsstatus initiieren und neue Beteiligungsformen für Geflüchtete erproben, arbeiten sie auf eine veränderte soziale Position von Geflüchteten hin.
Für eine vielfältige Demokratie bedeuten die Stadtmacher und -macherinnen eine große Chance: Sie bringen neue Ideen in die Gestaltung von Stadt ein und mobilisieren Unterstützung hierfür.

Im günstigen Fall leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Vitalisierung der lokalen Demokratie. Aus Sicht der traditionellen, repräsentativen Instanzen des politischen Systems aber werden die Abstimmungs- und Kommunikationsprozesse zwischen Verwaltung und Bürgerschaft durch diese neuen Akteure komplexer und nicht unbedingt einfacher.

Aktivitäten und Vernetzungen der Stadtmacher sollen in einer qualitativen Studie untersucht werden. Im Mittelpunkt steht Berlin: Die Hauptstadt erlebt gegenwärtig eine enorme Zuwanderung. Verdichtungsprozesse, wie sie andere europäische Metropolen längst durchlaufen haben, stehen nun auch im bislang eher locker bebauten Berlin an. Die neuen Stadtmacher treten als mitgestaltende Koproduzenten und Koproduzentinnen in diesem Umbruchprozess auf. Sie nehmen für sich in Anspruch, kompetent und eigenständig zu handeln und entschiedene soziale Zielsetzungen zu verfolgen. Sie gelten vielfach als einflussreiche gestaltende Kraft in der Entwicklung sozialer Nachbarschaften und im Einsatz für gleichberechtigte Teilhabechancen.

 

 


Explorationsstudie zu Mitgestaltungsformen und -einflüssen von Stadtentwicklung in Berlin


Wortwolke Stadtmacher
© vhw e. V.

Mit der Durchführung der Explorationsstudie hat der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. das Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) in Kooperation mit der L.I.S.T. – Lösungen im Stadtteil Stadtentwicklungsgesellschaft mbH beauftragt.
In der Studie untersuchen wir, welche Ausprägungen diese Form des Mitgestaltens in Berlin annimmt. Wir identifizieren neue intermediäre Akteure in den Bereichen der Stadtplanung und Quartiersgestaltung, der Integration geflüchteter Menschen, in lokalen Beteiligungsprozessen und Bildungslandschaften. Hierbei
fragen wir, ob sich mit den neuen Stadtentwicklungsakteuren eine besonders dezidierte Form der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse verbindet und wie sie sich von sozialen Bewegungen abgrenzen. Wir untersuchen Formen ihrer Vernetzung und Kommunikation, wobei insbesondere die Rolle der virtuellen politischen Kommunikation via Web 2.0 und Social Media interessiert. Wir arbeiten explorativ, das heißt, wir gehen von der sozialen und kommunikativen Praxis der Stadtmacher und -macherinnen aus und leiten daraus Folgerungen für die Ausgestaltung lokaler Demokratie ab. Umgesetzt wird unser Vorhaben mittels Experteninterviews, Fallanalysen einzelner Akteurskonstellationen und teilnehmender Beobachtung.


AKTUELLES

vhw-Positionsbestimmung zur relevanten Akteursgruppe in der Stadtentwicklung: Stadtmacherinnen und Stadtmacher

März 2018: 

Stadtmacherinnen und Stadtmacher sind nicht nur Impulsgeberinnen und Impulsgeber für zukunftsorientierte Stadtentwicklungsprojekte. Mittlerweile handelt es sich bei ihnen um relevante und wirksame Akteure der Stadtentwicklung. Das war ein zentrales Ergebnis der vhw-Studie Stadtmacherinnen und Stadtmacher in 2017, das sich zumindest für das Untersuchungsgebiet „Berlin“ festhalten ließ. Stadtmacherinnen und Stadtmacher stehen offenbar für einen qualitativen Sprung der Partizipation in der Stadtentwicklung von "Beteiligung" hin zu "Koproduktion". Sie sind eine wertvolle Ressource, die...

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vhw lädt zum Workshop "Anforderungen an Partizipation"

November 2017: 

Wie muss sich in Berlin Beteiligung strukturell verändern, damit Stadtentwicklungsinitiativen in der Berliner Stadtentwicklungspolitik wirksam werden (können)? Unter dieser Leitfrage fand am 7. November 2017 in der "Glaskiste" des ExRotaprint Gebäudes der erste – im Rahmen des Projekts "Stadtmacherinnen und Stadtmacher II" veranstaltete – Workshop "Anforderungen an Partizipation" statt.  21 Initiativen aus den Themenbereichen: Mietenpolitik, öffentlicher Raum, Transition und Netzwerke wurden eingeladen, im Workshop mitzudiskutieren. Nach einleitenden Impuls-Referaten von Jan...

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Studie bei "City Maker's" präsentiert

Mai 2017: 

Am 17. Mai stellte Sebastian Beck die Ergebnisse der vhw-Studie "Stadtmacherinnen und Stadtmacher" in Berlin vor: "City Makers in Berlin – A Study on Cooperation between City Adminstration and Politics and Civil Society". Die Präsentation fand im Rahmen des Tri-City-Symposium zum Thema "Migration and Integration: Local Cooperation in Action" statt, zu dem der Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Leon Friedel, eingeladen hatte. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Bezirkes nahmen auch Delegationen aus Lewisham (London) und Antony ...

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Debatte um Intermediäre fortgesetzt: Studie vorgestellt

Februar 2017: 

Mit der vhw-Studie "Stadtmacherinnen und Stadtmacher", die am 28. Februar 2017 im "Aquarium" am Kottbusser Tor ca. 80 Interessierten vorgestellt wurde, setzt der vhw gemeinsam mit dem Berliner Institut für Demokratische Entwick­lung und Soziale Integration (DESI) und der Berliner L.I.S.T. Stadtentwicklungsgesellschaft mbH die Debatte um die Intermediären fort, die mit der Veröffentlichung des Debatten­buchs "Mittler, Macher, Protestierer" begonnen wurde. Im Fokus der Studie stehen die Verän­derungen der Aushandlungsprozesse zwi­schen Kommune, Wirtschaft, organisierter...

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Fünf Berliner Stadtentwicklungsinitiativen für Studie ausgewählt

September 2016: 

In Vorbereitung einer Studie wurden für eine dazu zu erstellende Figurationsanalyse Akteure ausgewählt, um u. a. zu verstehen, wie diese Stadtakteure mit ihrer Vermittlungsrolle die lokale Demokratie beeinflussen und ein tieferes Verständnis ihrer Arbeit zu erhalten. Zwei Initiativen werden jeweils unter den Themenfeldern "Stadtentwicklung/Wohnen" und "Flüchtlings-/Willkommensinitiativen" angeschaut. Als fünfte Initiative wird das "Haus der Statistik" untersucht, das an der Schnittstelle beider Themenfelder verortet werden kann.

Die "Initiative Bundesplatz" ist dem Themenfeld "Wohnum...

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Nachrichtenübersicht

Die Akteure


DESI — Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration verfügt über langjährige Erfahrungen in der Erforschung und Beratung kommunaler Politik.
L.I.S.T. arbeitet ebenfalls seit vielen Jahren in den Bereichen Stadtentwicklung, Projektsteuerung und Partizipation und verfügt über Kompetenzen in der Quartiersarbeit und in der Kommunikation via Web 2.0 und Social Media.

Dr. Jutta Aumüller
DESI
Dr. Jutta Aumüller
jutta.aumueller@desi-sozialforschung-berlin.de
Tel.: 030 814 865 03
L.I.S.T.
Christian Luchmann
stadtmacher@list-gmbh.de
Tel.: 030 284726-183
Susanen Walz
L.I.S.T.
Susanne Walz
stadtmacher@list-gmbh.de
Tel.: 030 284726-181

Der vhw-Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. ist ein gemeinnütziger Verband. Er engagiert sich durch Fortbildung und Forschung in den Handlungsfeldern Wohnen und Stadtentwicklung für die Leistungsfähigkeit der Kommunen, eine vielfältige Bürgergesellschaft und die Stärkung der lokalen Demokratie.

Sebastian Beck
vhw e.V.
Sebastian Beck
sbeck@vhw.de
Tel.: 030 390473-240