Hybride Sport- und Bewegungswelten in der postpandemischen Stadt

(HYSUB): Heranwachsende zwischen virtuellen Angeboten und urbanen Aktivitäten


Ausgangslage

Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit während der Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass wohnungsnahe Freiräume – vom Balkon bis zum Stadtpark – insbesondere für Heranwachsende ein besonderes Potential für das Sozialleben und die Gesundheitsprävention darstellen. Gleichzeitig verstärkt diese Lernerfahrung das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein, dass nicht nur der institutionalisierte Sport als Stabilitätsfaktor der Gesundheit, des sozialen Zusammenhalts und wichtiger Entwicklungsfaktor für Heranwachsende gilt. Deshalb gewinnen unorganisierte Sport- und Bewegungslandschaften und informelle Sport- und Bewegungsangebote in urbanen und virtuellen Räumen weiter an Bedeutung: Einerseits erleben Spiel-, Skateplätze, Laufstrecken, Wiesen sowie Fitness- und Calesthenicsparks für individuelle Bewegungsaktivitäten eine hohe Nachfrage. Andererseits werden virtuelle Trainingsprogramme und nomadisierende Trainingsgruppen von jungen Abonnierenden stark nachgefragt. Nachbarschaftliche Initiativen und Sportbegeisterte gründen virtuelle Netzwerke und nutzen vielfältige Plattformen. Abseits von institutionellen Anbietern erscheinen die hybriden Sport- und Bewegungsnetzwerke als fluide Settings öffentlicher Orte und niedrigschwelliger Sportgemeinschaften, die ein neues Zusammenspiel von online, offline und hybriden Räumen konstruieren.

Ziel

Das Forschungsprojekt analysiert die Neuorganisation von Bewegungsaktivitäten und Stadträumen mit Akteuren aus der Plattformökonomie, Sportunternehmen, Verwaltungen und Zivilgesellschaft. Seit der Pandemie werden insbesondere grundlegende Parameter der städtebaulichen Entwicklung (z. B. Dichte, Mischung, kurze Wege, Freiräumqualitäten) neu verhandelt, wobei Gesundheitsprävention, Infrastruktur und Multicodierung von Flächen eine besondere Rolle einnehmen, wenn sozialen und räumlichen Ungleichheiten planerisch begegnet werden soll. Ziel ist es, die Raumwirksamkeit der Digitalisierung in den Blick zu nehmen und hybride Raumsettings innerhalb vielfältiger Wohnstrukturen der Innenstadtbezirke Berlins zu erschließen.


    Nachrichten zum Projekt

    Junge Frau schaut auf ihr Smartphone

    März 2022

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    Mit "Alltag im Quartier 4.0" und "Hybride Sport- und Bewegungslandschaften in der postpandemischen Stadt" haben kürzlich zwei neue Forschungsprojekte ihre Arbeit aufgenommen, die sich auf den Call for Proposals der vhw-Stiftung zum Thema „Hybride Urbanität“ beworben hatten. Ziel des...

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    Dieses Projekt wird aus Mitteln der vhw-Stiftung finanziert.


    PROJEKTINFORMATIONEN

    Projektpartner
    Dr. Felix Bentlin, Technische Universität Berlin
    Projektleitung

    Nina Böcker

    Projektdauer

    Februar 2022 – September 2023

    Methode

    Expertenworkshop, Begehungen, Vor-Ort-Interviews, Online-Befragung, Mapping hybrider Sport- und Bewegungswelten