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BAG Wohnungslosenhilfe prognostiziert 1,2 Millionen Wohnungslose bis 2018

November 2017

Obdachlose Wohnungslosigkeit
© Paul Prescott/Fotolia

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hat am 14. November 2017 ihre aktuelle Schätzung zur Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland vorgelegt: In 2016 waren demnach ca. 860.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung – seit 2014 ist dies ein Anstieg um ca. 150 Prozent.

Die BAG W prognostiziert von 2017 bis 2018 einen weiteren Zuwachs um ca. 350.000 auf dann ca. 1,2 Millionen wohnungslose Menschen. Das wäre eine weitere Steigerung um ca. 40 Prozent.

Seit dem Jahr 2016 schließt die BAG W in ihre Schätzung die Zahl der wohnungslosen anerkannten Flüchtlinge ein. Im Jahr 2016 betrug demnach die Zahl der wohnungslosen Menschen ohne Einbezug wohnungsloser Flüchtlinge gut 420.000. Die Zahl der wohnungslosen anerkannten Flüchtlinge schätzt die BAG W auf ca. 440.000 Menschen. Diese zusätzliche Gruppe Wohnungsloser, die im Regelfall weiterhin in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet wird, stellt also ca. 50 Prozent aller Wohnungslosen in Deutschland. Wohnungslose Flüchtlinge sind sowohl Nachfragende in den Behelfsunterkünften als auch auf dem Wohnungsmarkt.

"Auch ohne Berücksichtigung der Wohnungslosigkeit von Flüchtlingen  müssen wir leider davon ausgehen, dass der Anstieg der Wohnungslosenzahlen zwischen 2015 und 2016 unseren früheren Prognosen entsprochen hat. Die Zuwanderung hat die Gesamtsituation dramatisch verschärft, ist aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot", erklärte Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft fordert einen Wohnungsgipfel und einen Nationalen Aktionsplan zur Überwindung der Wohnungsnot, wozu sie bereits 2014 ein Konzept vorgelegt hatte (4/2014). Quelle/Weitere Informationen: Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vom 14. November 2017