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Berliner Senat beschließt Leitlinien der Wohnungslosenpolitik

September 2019

© stavrida.Fotolia

Die steigende Wohnungslosigkeit ist aktuell eine der großen Herausforderungen für das Land Berlin. Die Situation hat sich auch wegen des angespannten Wohnungsmarktes verschärft. Am 3. September 2019 hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, – nach Stellungnahme durch den Rat der Bürgermeister – die "Leitlinien der Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungslosenpolitik" beschlossen. Die Leitlinien sind im Zuge eines ressortübergreifenden Abstimmungs- und eines breiten Partizipationsprozesses entwickelt worden.

Neben der Fokussierung auf die Ziele in der Wohnungslosenpolitik liegt der Schwerpunkt der Leitlinien auf den Maßnahmen zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Schaffung von berlinweiten Vorgaben/Qualitätsmanagement für den Prozess der Übernahme von Mietschulden, einschließlich eines Controllings
  • Umsetzung eines bezirksübergreifenden Fachstellenkonzeptes der Sozialen Wohnhilfen
  • Einführung einer Berliner Wohnungsnotfallstatistik, inklusive der Durchführung einer Zählung von auf der Straße lebenden Menschen
  • Erhöhung des Bestands an Trägerwohnungen
  • Ganzjährige Planung und Koordination der Kältehilfe, u. a. durch die Koordinierungsstelle
  • Gewährleistung einer bedarfsgerechten und qualitätsgesicherten Unterbringung im Rahmen einer gesamtstädtischen Steuerung
  • Evaluation und Verstetigung des modellhaften Angebots einer "Krankenwohnung" für erkrankte Wohnungslose
  • Niedrigschwellige medizinische und zahnmedizinische Versorgung weiterentwickeln und leichterer Zugang von wohnungslosen Menschen zum Hilfesystem
  • Ausbau der bestehenden niedrigschwelligen Hilfen um weitere Notunterkünfte insbesondere für Frauen sowie Notunterkünfte für Familien mit Kindern
  • Schaffung besonderer Wohnangebote für junge wohnungslose Menschen.

Quelle/Weitere Informationen: Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Pressemitteilung vom 3. September 2019