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BMUB: "Fairpachten" für mehr biologische Vielfalt auf Wiesen und Äckern

März 2018

Landwirtschaft Bodenpolitik
© Chris/Fotolia

Das neue Modellprojekt "Fairpachten" nimmt Grundbesitzerinnen und -besitzer in den Blick: Gemeinsam mit ihnen soll die biologische Vielfalt auf Agrarflächen erhalten und sogar erhöht werden. Mit vielfältigen Beratungs- und Informationsangeboten sollen Eigentümerinnen und Eigentümer für eine naturverträgliche Verpachtung ihrer Flächen gewonnen werden.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert das Modellvorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit 935.000 Euro. Es läuft bis 2023 und und wird von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe koordiniert, die selbst über langjährige Erfahrung als Verpächterin von Naturschutzflächen verfügt. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das Projekt fachlich.

Rund 60 Prozent der Agrarfläche in Deutschland wird von Grundbesitzerinnen und besitzern zur Bewirtschaftung an Landwirte verpachtet. "Dieses bislang kaum genutzte Flächenpotenzial wird durch das Projekt "Fairpachten" jetzt für den Naturschutz erschlossen", sagt Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. "Indem Grundbesitzerinnen und -besitzer bereits in ihren Pachtverträgen eine naturverträgliche Bewirtschaftung der Flächen festschreiben, können sie entscheidend dazu beitragen, die Biodiversität deutscher Kulturlandschaften zu erhalten und zu steigern", so Hendricks.

"Die biologische Vielfalt ist gerade auf genutzten Flächen wie unseren Wiesen und Weiden in Deutschland zunehmend bedroht. Das belegt die Rote Liste der Biotoptypen, die das Bundesamt für Naturschutz 2017 veröffentlicht hat. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei den Arten der Agrarlandschaft. So ist etwa bei den Feldvögeln ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen, gleiches gilt für die Ackerwildkräuter. Um diesem Verlust entgegenzuwirken, müssen wesentlich mehr Flächen als bislang naturverträglich bewirtschaftet werden", erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Ziel von "Fairpachten" ist es, die Verpachtenden landwirtschaftlicher Flächen dabei zu unterstützen, durch die Pachtvertragsgestaltung die Biodiversität ihrer Flächen zu erhalten und im besten Fall sogar zu erhöhen. Möglich wird dies etwa durch einen geplanten Vertragsbaukasten mit verschiedenen Modulen und Musterverträgen, in denen eine naturverträgliche Bewirtschaftung auf den verpachteten Flächen festgeschrieben wird. Vertraglich vereinbart werden könnten etwa eine umweltschonende, ökologische Bewirtschaftung ohne Pestizide, das Anlegen von Ackerrandstreifen oder eine extensive Grünlandnutzung, bei der beispielsweise vergleichsweise wenige Tiere auf großer Fläche weiden. Zudem soll langfristig ein Beratungsnetzwerk etabliert werden, das allen Interessenten unter den Grundbesitzerinnen und -besitzern bundesweit zur Verfügung steht. Quelle/Weitere Informationen: Pressemitteilung des Bundeumweltministeriums vom 5. März 2018

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