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Ostbeauftragte Gleicke warnt vor neuer Leerstandswelle auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt

Juni 2017

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Ostdeutschland drohe in den nächsten 15 Jahren eine neue Leerstandswelle auf dem Wohnungsmarkt. Davor warnt Iris Gleicke, die Ostbeauftragte der Bundesregierung. Dies betreffe vor allem strukturschwache Regionen.

Gleicke: "Die durch Deindustrialisierung und Massenarbeits­losigkeit ausgelöste Abwanderung in den 90er Jahre hat in Verbindung mit dem demographischen Wandel tiefe Spuren hinterlassen. Es gibt offenbar erheblichen Handlungsbedarf angesichts der Entwicklung des Leerstandes, des Mangels an altersgerechten Wohnungen und des hohen Altbaubestandes." Der Bund habe die Mittel für die Städtebau- und Wohnraumförderung deutlich aufgestockt. "Wir müssen uns am Bedarf orientieren und darüber muss vor Ort entschieden werden."

Gleicke erneuerte in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einer Förderung der strukturschwachen Regionen in Ost und West für die Zeit nach dem Auslaufen des Solidarpakts. "Strukturschwache Regionen gibt es auch in den alten Bundesländern. Entwicklungen, die auch im Westen so gut wie unausweichlich bevorstehen, spielen sich im Osten deutlich früher und schneller ab. Einen Rückzug des Staates aus der Fläche darf es nicht geben."

Gleicke hatte beim Ifo-Institut Dresden eine Studie zu den "Auswirkungen des demographischen Wandels auf den ostdeutschen Wohnungsmarkt" in Auftrag gegeben. Ergebnis: Der Wohnungsleerstand im Osten werde sich bis 2030 von derzeit ca. 610.000 auf rund 1,2 Millionen Wohneinheiten knapp verdoppeln. Grund hierfür seien sinkende Bevölkerungs- und Haushaltszahlen. Die demographischen Trends der letzten 27 Jahre setzten den Rahmen für die künftige Entwicklung. Anders als in weiten Teilen Westdeutschlands seider Bau zusätzlicher Wohnungen im großen Stil nur in Städten wie Berlin ein Thema.

In Ostdeutschland herrscht nach Auffassung der Autoren der Studie im Vergleich zu Westdeutschland eine erheblich schlechtere Versorgung mit altersgerechtem Wohnraum. Ein altersgerechter Umbau sei angesichts des geringen Mietniveaus im Osten und der hohen Kosten derzeit wirtschaftlich kaum darstellbar. Quelle: Pressemitteilung des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 8. Juni 2107