Ausgangslage
Die Tatsache, dass Grund und Boden unvermehrbar und im Wesentlichen nicht substituierbar sind, macht den Boden zum Schlüssel für eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Der aktuelle Problemdruck bei der Bereitstellung von Flächen für den preisgünstigen (Miet-)Wohnungsbau, für öffentliche Infrastrukturen, für Klimaanpassung und Klimaschutz und vieles mehr, lässt Handlungsbedarf offenbar werden.
Zur Umsetzung einer am Gemeinwohl orientierten und zugleich klimaschützenden Stadtentwicklung müssen die Städte und Gemeinden verlorene Steuerungskraft zurückgewinnen. Hierzu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Gut Boden. Eine neue zumindest aber weiter zu entwickelnde Bodenpolitik wird angesichts der vielfältigen aktuellen städtebaulichen Herausforderungen immer dringlicher.
Ziel
Vor dem Hintergrund des weitreichenden bodenpolitischen Handlungs- und Nachsteuerungsbedarfs – und als Fortsetzung des wohnungspolitischen Plädoyers von 2016 – hat der vhw gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik einen Expertenkreis „Zukunftsfragen der Bodenpolitik“ berufen, der sich in der Folge mit den bodenpolitischen bzw. bodenrechtlichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten vor dem Ziel einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung auseinandersetzte. Hierbei sind in einem intensiven Arbeitsprozess sowohl grundlegende bodenpolitische Orientierungen als auch sehr konkrete instrumentelle und institutionell-organisatorische Fragen in den Blick genommen sowie eine Bodenpolitische Agenda 2020-2030 formuliert worden.
Ziel und wesentliche Grundlage der Arbeit des Expertenkreises war es, einen Beitrag zu einer vertiefenden interdisziplinären Fachdiskussion und (Denk)Anstöße für die Politik auf allen staatlichen Ebenen zu geben, bei dem die Rückgewinnung verlorengegangener Steuerungskraft der Städte und Gemeinden im Umgang mit kommunalem Boden im Mittelpunkt steht.
Mitglieder des Kreises der Expertinnen und Experten
- Frauke Burgdorff (BurgDorff Stadt Agentur für Kooperative Stadtentwicklung, Bochum)
- Dr.-Ing. Egbert Dransfeld (Institut für Bodenmanagement, Dortmund)
- Bernhard Faller (Quaestio – Forschung & Beratung, Bonn)
- Dr. Stephan Gatz (Richter am Bundesverwaltungsgericht, Leipzig)
- Prof. Dr.-Ing. Theo Kötter (Universität Bonn, Bonn)
- Prof. Dr. Michael Krautzberger (Ministerialdirektor a.D., Bonn)
- Prof. Dr. Dirk Löhr (Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld)
- Andreas Nienaber (Leiter des städtischen Immobilienmanagements, Münster)
- Stephan Reiß-Schmidt (ehemaliger Leiter der Hauptabteilung Stadtentwicklungsplanung, München)
- Cord Soehlke (Baubürgermeister, Tübingen)
- Prof. Dr. Guido Spars (Universität Wuppertal, Wuppertal)
- Christian Stupka (Stattbau München GmbH, München)
- Prof. Dr. Martin Wickel (HafenCity Universität Hamburg, Hamburg)

