Ausgangslage
Die Transformation westlicher Gesellschaften führt zu einer neuen Problematisierung von Demokratie auf unterschiedlichen Ebenen. Vor allem die zunehmende sozioökonomische Ungleichheit in westlichen Gesellschaften geht mit einer Ungleichheit in der politischen Partizipation einher, die sich immer auch sozialräumlich niederschlägt. Dadurch verstärken sich soziale, politische und räumliche Effekte der Benachteiligung gegenseitig, weshalb der Stärkung lokaler Demokratie gerade in benachteiligten Stadtteilen eine große Bedeutung beigemessen werden muss.
Professionellen Gemeinwesenarbeit (GWA), die sich traditionell für eine möglichst breite Teilhabe aller Menschen in benachteiligten sozialräumlichen Kontexten einsetzt und qua Selbstdefinition einen Beitrag zur Stärkung der lokalen Demokratie leistet, kann hier ein spezifische demokratiefördernde Potenzial zugeschrieben werden.
Ziel
Vor diesem Hintergrund ist mit der Studie die Zielsetzung verbunden, Zusammenhänge und Perspektiven von Gemeinwesenarbeit und lokaler Demokratie aus der Sicht Sozialer Arbeit zu beleuchten. Gleichzeitig erfordert die Thematik der Studie auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema (lokale) Demokratie.
Somit werden in der Studie zwei Ausgangspunkte verschränkt: Auf der einen Seite wird von der GWA historisch-systematisch auf demokratierelevante Aspekte geschlossen und auf der anderen Seite wird von aktuellen Demokratiediskursen auf die GWA geblickt. Aus diesen beiden Zugängen können nicht nur die Zusammenhänge von GWA und lokaler Demokratie deutlich werden, sondern auch neuartige, synthetisierende Perspektive entstehen.
Ausgehend von diesen Vorüberlegungen ergeben sich folgende zwei Fragestellungen, die für die Studie leitend sind:
1. Welche Zusammenhänge von GWA und lokaler Demokratie lassen sich aus einem demokratie- und sozialarbeitstheoretischen Blickwinkel rekonstruieren?
2. Welche Perspektiven bieten sich aus Sicht der Sozialen Arbeit für die GWA im Hinblick auf die Mitgestaltung und Entwicklung lokaler Demokratie?
Im Kern geht es in dieser Studie also um eine Rekonstruktion von Zusammenhängen von GWA und lokaler Demokratie sowie um eine Entwicklung von Perspektiven für die GWA.


