Ausgangslage
Städte und Regionen in Deutschland entwickeln sich trotz zahlreicher Förderprogramme zunehmend unterschiedlich: Wenigen prosperierenden Zentren steht eine wachsende Zahl sogenannter peripherisierter Räume gegenüber. Letztere stehen häufig vor schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen und sind von selektiver Abwanderung, verbunden mit Überalterung, sowie von Infrastrukturabbau und Funktionsverlusten in der Daseinsvorsorge betroffen. Dieses soziodemografische und ökonomische Auseinanderdriften von Regionen und Städten ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit gerückt.
Ziel
Vor diesem Hintergrund hat das Forschungsprojekt Prozesse lokaler Demokratie in vier Klein- und Mittelstädten Thüringen und Hessen (Rudolstadt, Sondershausen, Rotenburg a. d. Fulda, Bad Wildungen) untersucht und Governance- und Beteiligungsstrukturen analysiert, die diese Prozesse ermöglichen oder auch einschränken. Dabei bewegte sich das Projekt im Spannungsfeld, dass Peripherisierungsprozesse einerseits „Möglichkeitsräume“ offenlegen können, anderseits aber auch die Grenzen bürgerschaftlicher Beteiligung nicht aus dem Blick verloren werden sollten.
Die zentralen Forschungsfragen im Projekt lauten:
- Welche Akteure sind in der Regel an Entscheidungsprozessen der Stadtentwicklung in von Peripherisierung betroffenen Städten beteiligt und welche Interessen vertreten sie?
- Wo und wie finden Aushandlungs- und Beteiligungsprozesse statt?
- Welches Verständnis haben die Akteure von Beteiligung?
- Welche Auswirkungen haben Peripherisierungsprozesse auf die lokale Demokratie, auf Beteiligungspotenziale und -strukturen?
- Wie können Entwicklungspotenziale von Kommunen vor diesem Hintergrund befördert werden?


