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Handlungsfähige Kommune

Smarte Systemarchitektur für kommunales E-Government

Eingang eines Rathauses mit Glasportal, Schriftzug und gepflastertem Innenhof
1. Sept., 2021

Ausgangslage

Das vom Bund 2017 verabschiedete Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund und Länder, ihre Verwaltungsleistungen bis 2022 auch digital zu ermöglichen. Der Aufbau und die Instandhaltung der dafür notwendigen Strukturen und Schnittstellen ist allerdings nicht nur eine technische, sondern auch eine organisationale und somit soziale Herausforderung. Prinzipien des Föderalismus und der kommunalen Selbstverwaltung (und dadurch verschränkte politische Zuständigkeiten und Funktionspfade) sowie ein Verständnis von "Digitalisierung" als technische Umsetzung sorgen bisher für eine stark fragmentierte Landschaft heterogener "Insellösungen", die einer politisch von oben gewünschten vertikalen Integration aller Verwaltungsleistungen z. T. entgegenstehen.

Während der Bund auf modulare "Eine-für-Alle"-Lösungen auf Grundlage von Musterprozessen (MBO) setzt, begegnen Kommunen vor Ort (als Ausführer der meisten Verwaltungsleistungen) Probleme der Übertragbarkeit genau solcher Formate; insbesondere bei komplexen, weil kontextabhängigen Verwaltungsleistungen wie Bauantragsverfahren. Bei diesen muss neben landesspezifischen baurechtlichen Vorgaben vor allem die große Vielfalt von Akteurs-Gruppen und Praxisgemeinschaften aus Verwaltung, Fach-, Bauaufsichts- und Messbehörden, Berufsverbänden sowie Stadtverbünden und Interessensgemeinschaften (um nur einige zu nennen) koordiniert werden. Zudem müssen unterschiedliche Kapazitäten, Kommunikations- und Wissenspraktiken aufeinander abgestimmt und in Einklang gebracht werden.

Ziel

Das Projekt begleitet das Vorhaben der Stadt Ludwigsburg, ein "Digitales Bauamt" samt digitalisierter Bauantragsverfahren zu etablieren. Zudem möchte das Projekt die "Blackbox" des schwammigen Begriffes der "Digitalisierung" öffnen und als soziotechnischen Prozess in politik-, verwaltungs- und sozialwissenschaftlicher Perspektive analytisch erfassen und theoretisch schärfen.

Im Ergebnis sollen nicht nur die fachöffentliche Forschung, sondern vor allem die Kommunen von den Erkenntnissen des Projektes mittels eines hybriden Fortbildungsformates profitieren. Das Fortbildungsformat wird aus den zentralen Erkenntnissen des Projektes generiert und soll dabei helfen, Digitalisierung in der Praxis handhabbar zu konzeptualisieren, zu operationalisieren und den Herausforderungen (erfolgreich) zu begegnen.

Projektteilnehmende am Forschungsverbund:

  • Prof. Dr. Gary Schaal und Prof. Dr. Christina Schaefer (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)
  • Albert Geiger, Stadt Ludwigsburg
  • Dr. Thomas Kuder und Bastian Manteuffel, vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.
  • Thomas Perry und Gero Serfas, Q | Agentur für Forschung GmbH
  • Prof. Dr. Jürgen Kegelmann (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Kehl)

Auftraggeber:

Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr (dtec.bw)

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