Ausgangslage
Die steigenden Ansprüche an eine nachhaltige Stadtentwicklung, ebenso wie die Ziele einer sozialen Wohnraumversorgung, lassen sich über die Vergabe von Flächen nach Höchstgebot häufig nur unzureichend realisieren. Um die Flächenentwicklung stärker am Gemeinwohl auszurichten, nutzen Kommunen in steigender Zahl das Konzeptverfahren.
Während das Verfahren grundsätzlich als geeignetes Mittel zur Umsetzung wohnungs-, boden-, umwelt- und stadtentwicklungspolitischer Ziele gilt, zeichnen sich zunehmende Herausforderungen ab, wie beispielsweise ein hoher Verwaltungsaufwand, rechtliche Unsicherheiten oder die Überfrachtung der Vergabebedingungen und damit die (ökonomische) Überforderung potenzieller Entwicklerinnen und Entwickler. Die wachsende Zahl der Kommunen, die dieses Instrument nutzen, bringt zudem sehr unterschiedliche Anwendungsweisen hervor.
Ziel
Während sowohl positive als auch ernüchternde Erfahrungen mit dem Konzeptverfahren Teil der Fachdebatte sind, bleiben sie vereinzelte Darstellungen. Eine systematische Betrachtung sowie ein strukturiertes Monitoring des Verfahrens in seiner derzeitigen Umsetzung fehlen. Das Projekt zielt darauf ab, die aktuellen Anwendungsbereiche, Ziele, Wege und Schwierigkeiten des Konzeptverfahrens zu analysieren und darüber hinaus dessen Wirkung für die Wohnversorgung zu beleuchten. Es soll Chancen, Probleme und Lösungswege aufzeigen, die sich bei der Anwendung für Kommunen und Projektentwickelnde in verschiedenen Kontexten ergeben.
Indem die Vielfalt und Relevanz typischer Anwendungsmuster systematisiert wird, soll eine Orientierungshilfe entstehen, die Interessierten ebenso wie bereits Umsetzenden zunächst dabei hilft, zu entscheiden, ob Konzeptverfahren in ihren jeweiligen Anwendungskontexten sinnvoll erscheinen – und darüber hinaus, die Verfahren erfolgreich umzusetzen.
Leitend sind dabei die folgenden, im Projekt weiter detaillierten Forschungsfragen:
- Wer sind die Akteure? Wer führt Konzeptverfahren durch und wer bewirbt sich darauf?
- Welche Ziele und Anforderungen werden dabei gestellt und wie erfolgt deren Bewertung?
- Welche Ergebnisse produziert das Konzeptverfahren und wie zufrieden sind Kommunen und Projektentwickelnde mit diesen Ergebnissen sowie dem Verfahren selbst?
- Welche Verfahrenswege werden angewandt und kombiniert (mit oder ohne Vergaberecht, Erbbaurecht, Verkauf)?
- Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Konzeptverfahren erfolgreich umzusetzen?

