Ausgangslage
An der Quartiers- und Stadtteilentwicklung wirken viele Akteure mit. In jüngerer Zeit wird in diesem Zusammenhang auch wieder zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten größere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Handlungsfeld Wohnen treten neben die klassischen genossenschaftlichen, kommunalen und privatwirtschaftlichen Akteure Projektinitiativen, die aus bürgerschaftlichem Engagement hervorgegangen sind. Entstanden sind sie zumeist als Reaktion auf gesellschaftliche und demografische Veränderungen, mit denen neue Anforderungen an das Wohnen einhergehen. In den letzten Jahren entwickeln sich solche Immobilien- bzw. Wohnprojekte zunehmend vom Nischenprodukt zum anerkannten Segment des Wohnungsmarktes. Aber in welcher Beziehung stehen diese Vorhaben und Akteure zum räumlichen und sozialen Umfeld und zu anderen Akteuren im selben Raum? Das ist die Leitfrage des hier entwickelten Untersuchungsansatzes.
Die Bezüge zwischen den Akteuren werden dabei als Wechselverhältnis verstanden: Einerseits ist zu fragen, ob und wenn ja wie die Projekte in Konzeption und Ausrichtung auf Spezifika ihres Umfeldes Bezug nehmen. Und in der „Gegenrichtung“ ist von Interesse, welche nachhaltig betriebenen Aktivitäten über das Projekt hinaus auf dessen Umfeld zielen bzw. Wirkung entfalten.
Ziel
Auf der Basis von Beschreibungen der untersuchten Fallstudien (Handlungsfeld, Entwicklung, Größe, Rechtsform, Aktivitäten) und der Projektkontexte (Quartier, Akteure, weitere Rahmenbedingungen) richtet sich das Interesse v. a. an die Wahrnehmung und Einschätzungen der Projektakteure – u. a. mit folgenden Fragen:
- Welche Bedeutung wird dem Wechselverhältnis zwischen Umfeld (Quartier/Stadtteil) und Projekt beigemessen?
- Welche Umgebungsfaktoren werden als besonders bedeutsam angesehen? Wie nahmen/nehmen Projekte darauf Bezug?
- Welchen Projektinhalten (Aktivitäten, die auf das Projekt selbst zielen), werden Auswirkungen auf das Umfeld (Quartier/Stadtteil) beigemessen?
- Welche (nachhaltig betriebenen) Aktivitäten ziel(t)en explizit über den engeren Bereich des Projektes hinaus auf Wirkungen im Umfeld?
- Welche Motive und Ziele waren für die Projektentwicklung selbst und ggf. für weitergehende Aktivitäten im Quartier leitend?
- Welche Rahmenbedingungen waren für die Entwicklung und Aktivitäten des Projektes wesentlich?
- Welche Kooperationen mit anderen Akteuren (im Umfeld) wurden aufgebaut?
- Welche Erfahrungen hat man insbesondere hinsichtlich des Quartiersbezuges im Rahmen der Entwicklung des Projektes gemacht?
Vertiefend soll, soweit dies methodisch einlösbar ist, zumindest in Einzelfällen auch danach gefragt werden, wie die Projektaktivitäten von anderen Akteuren aus dem Umfeld eingeschätzt wurden/werden.

