Ausgangslage
Wohnungsunternehmen engagieren sich seit einiger Zeit verstärkt in der sozialen Quartiersentwicklung. Dabei unterstützen sie Einrichtungen, Initiativen und Projekte, die bestimmte Gruppen im Quartier fördern, bei Problemen beraten und das Leben im Stadtteil insgesamt verbessern sollen. Insbesondere im Themengebiet Migration und Teilhabe sind dabei innovative Ansätze entstanden.
Nach wie vor ist die Teilhabe von Migranten eine große Herausforderung in benachteiligten Stadtquartieren. Für Wohnungsunternehmen kann es interessant sein, gerade diese Gruppe zu fördern, um die Bewohnerstruktur solcher Quartiere zu stabilisieren und dort insgesamt die Wohnqualität zu erhöhen.
Eine besondere Herausforderung ist dabei das Ermöglichen von Teilhabe für migrantische Frauen, die mit einer Vielzahl integrativer Maßnahmen nur schwerlich gelingt.
Stadtteilmütterprojekte haben sich in den letzten Jahren gerade hier als effektives, niedrigschwelliges Instrument erwiesen, um schwer erreichbaren Migrantinnen den Weg zur Teilhabe am Arbeitsmarkt, an Bildung sowie der Stadtgesellschaft zu ermöglichen.
Allerdings sind bislang kaum Schnittstellen zwischen dem Engagement von Wohnungsunternehmen und der Arbeit von Stadtteilmütterprojekten dokumentiert. Dabei hätte eine strukturierte Zusammenarbeit beider Akteurstypen möglicherweise positive Effekte für beide Seiten:
Wohnungsunternehmen würden von einem besseren Zugang zu migrantischen Gruppen im Quartier profitieren, während Stadtteilmütter ihr Tätigkeitsfeld erweitern und von einer verbesserten institutionellen Anbindung auch jenseits staatlicher Förderstrukturen profitieren könnten.
Ziel
Das praktische Forschungsprojekt entwickelt gemeinsam mit Akteuren vor Ort Ansätze einer gemeinsamen Praxis von Wohnungsunternehmen und Stadtteilmütterprojekten.
In einem iterativen Prozess mit Einzelinterviews und Workshops wird dabei gemeinsam erarbeitet:
- Wo liegen Arbeits- und Wirkungsweisen von Stadtteilmütterprojekten?
- Was kennzeichnet die soziale Quartiersentwicklung von Wohnungsunternehmen?
- Was können Formen und Inhalte einer gemeinsamen Praxis sein?
„Stadtteilmütterarbeit hat zur Folge, dass ein Netzwerk entsteht. […] Das ist schon ein Interesse von uns, in den Nachbarschaften für Vernetzung zu sorgen.“ (Wohnungsunternehmen / Berlin 2019)

