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Handlungsfähige Kommune

Urban Citizenship: Studie zeigt Beispiele aus der Praxis

Illustration einer Stadt mit zwei Menschen, die einen Ausweis tragen, der sie als Urban Citizen ausweist.
18. Mai, 2026

Ob Menschen mit Migrations- oder Fluchtbiografie in Deutschland am Leben teilhaben können und sich zugehörig fühlen, hängt maßgeblich von ihrem Zugang zu Bildung, Wohnraum, Arbeit, Gesundheitsversorgung oder politischer Mitbestimmung ab. Doch allzu oft stoßen sie in ihrem Alltag auf Barrieren. Das können bürokratische Hürden, sprachliche Hindernisse, strukturelle Ausschlüsse oder schlicht fehlende Kenntnis über vorhandene Angebote sein. Verantwortliche in Kommunen bringen diese Problemstellungen zunehmend vor und verweisen auf einen wachsenden Handlungsdruck. Die neue Schriftenreihe Nr. 54 „Teilhabe gestalten“ untersucht das Konzept der Stadtbürgerschaft (Urban Citizenship) und fragt, inwieweit es Lösungen für diese kommunalen Herausforderungen bietet. 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Studie zeichnet die Debattenstränge um Urban Citizenship nach und untersucht das Konzept der Stadtbürgerschaft für kommunale Integrationsherausforderungen. 
  • Stadtbürgerschaft soll allen Stadtbewohnern gleichberechtigten Zugang zu Rechten und Ressourcen ermöglichen. 
  • Methodisch kombiniert die Studie Desktop- und Literaturauswertung, Experteninterviews und Workshops mit Wissenschaft, Politik und Verwaltung. 
  • Praxisbeispiele zeigen: In zahlreichen kommunalen Handlungsfeldern lassen sich Maßnahmen nach der Idee der Stadtbürgerschaft umsetzen. Meist geht es darum, bereits bestehende Rechte zugänglich zu machen. 

Das Konzept der Stadtbürgerschaft baut auf der Idee auf, dass alle Menschen, die gemeinsam in einer Stadt leben, dort auch gleichberechtigt teilhaben und Zugang zu städtischen Ressourcen erhalten sollen. Es fokussiert die Fragen: Wer hat Zugang zu welchen Rechten und Ressourcen in der Stadt? Und wie können Kommunen es ermöglichen, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner – unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus – an diesen möglichst gleichberechtigt teilhaben können? Anhand ausgewählter (inter-)nationaler Praxisbeispiele zeigt die Studie auf, wie die Idee der Stadtbürgerschaft in Kommunen mit Leben gefüllt und vor Ort neue Zugänge, mehr Teilhabe und Zugehörigkeit entstehen kann. 

Methodik

Es wurde eine umfangreiche Literaturauswertung zur Debatte um Stadtbürgerschaft vorgenommen und praxisorientiert aufbereitet. Ergänzend erfolgten Internetrecherchen, eine Analyse grauer Literatur sowie leitfadengestützte Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Praxis. Konzeption, Materialauswahl und Erkenntnisse wurden in zwei Workshops mit Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutiert und in die Studie aufgenommen. 

In einer durch Migration geprägten Gesellschaft sind
es die Städte und Gemeinden, die das Zusammenleben
einer vielfältigen und hoch mobilen Bürgerschaft „vor Ort“
gestalten.

— Das Forschungsteam

Ergebnisse

Kommunale Ansätze, die auf dem Prinzip der Stadtbürgerschaft basieren, finden sich weltweit in vielen Städten. In der Praxis gehen diese Ansätze nicht selten auf die Forderungen zivilgesellschaftlicher Gruppen zurück und werden im Zusammenspiel mit aufgeschlossenen Stadtregierungen und Verwaltungen umgesetzt. 

Wie der Blick in die Praxis zeigt, geht es beim Prinzip der Stadtbürgerschaft oft weniger darum, neue Rechte für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte zu schaffen, sondern dieser Gruppe überhaupt den Zugang zu Rechten zu ermöglichen, die sie formal bereits haben. Die (inter-)nationalen Referenzbeispiele veranschaulichen in diesem Zusammenhang, wie sich insbesondere in den wichtigen Bereichen Gesundheit, Bildung, Wohnen, nachbarschaftlicher Integration und politischer Partizipation inklusive Maßnahmen nach der Idee der Stadtbürgerschaft entwickeln lassen. 

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