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Soziale Stadt und Zusammenleben

Vom Konzept zur Praxis: Caring City in der sozialen Stadtentwicklung

Illustrationen Caring-Cities-Ansätze von Anne Lehmann
12. Jan., 2026

Fehlende Betreuungs- und Versorgungsangebote, überlastete pflegende Angehörige und Fachkräfte, zunehmende Einsamkeit, mangelnde Barrierefreiheit – die sogenannte „Care-Krise" stellt Kommunen seit Jahren vor erhebliche Herausforderungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Caring City: Studie untersucht das Konzept als Antwort auf kommunale Care-Krise, z. B. fehlende Betreuung, Überlastung Pflegender und Einsamkeit.
  • Vier Referenzstädte zeigen, wie Care-Zentren, Nachbarschaftsnetzwerke und barrierefreie öffentliche Räume praktisch umgesetzt werden können.
  • Care-Perspektive in der Stadtentwicklung kann einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigen und gerechten Kommunen leisten, indem sie eine Kultur der Fürsorge fördert.

Zudem sind die Menschen, die Care-Arbeit leisten – überproportional häufig Frauen und Migrantinnen – oft ökonomisch benachteiligt und in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt. Um diesen Problemen auf städtischer Ebene zu begegnen, wird seit einiger Zeit das Konzept der „Caring City“ diskutiert. Die nun veröffentlichte Studie „Caring Cities - Potenziale für eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung?“ hat sich intensiv mit diesem Konzept beschäftigt, um dessen wesentliche Merkmale und den praktischen Nutzen für die soziale und nachhaltige Stadtentwicklung zu erfassen.

Neben dem akademischen Diskurs beleuchtet sie vier internationale Referenzstädte – Barcelona, Madrid, Bogotá und Umeå –, die bereits Caring-City-Ansätze umgesetzt haben. Die Studie wurde von Vertr.-Prof. Dr. Sandra Huning und Hannah Müller verfasst, vom vhw gefördert und von Nina Böcker und Dr. Lars Wiesemann (beide vhw) wissenschaftlich begleitet.

Caring-City-Ansätze können einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigen und gerechten Kommunen leisten, indem sie eine Kultur der Fürsorge in Städten fördern.

— Fazit der Studienautorinnen

Die Praxisbeispiele zeigen ein breites Spektrum an Maßnahmen: von der bedarfsgerechten Weiterentwicklung von Betreuungs-, Pflege- und Beratungsangeboten in Quartieren über die Etablierung lokaler Care-Zentren und die Unterstützung von Nachbarschaftsnetzwerken bis hin zu care-sensibler Stadtplanung – also öffentlichen Räumen, die mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator zugänglich sind und ausreichend Sitzmöglichkeiten sowie kostenlose Toiletten bieten. Auch die Arbeitsbedingungen im Care-Sektor und die gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit werden thematisiert. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Care-Perspektive im Rahmen sozialer Stadtentwicklung eine bisher wenig beachtete Facette adressiert – indem sie die Lebensbedingungen sowohl der Care-Leistenden als auch der Care-Empfangenden konsequent in den Fokus rückt.

Bereits zuvor war im Rahmen desselben Forschungsprojekts ein Artikel von Hannah Müller, Sandra Huning und Nina Böcker in der Fachzeitschrift Urban Planning erschienen („Caring Cities: Towards a Public Urban Culture of Care?"). Er gibt einen Überblick über Entstehung und Kernelemente des Konzepts und zeigt kompakt zentrale Bausteine von Caring-City-Ansätzen auf. Zugleich verdeutlicht er, dass Caring-City-Ansätze einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigen und gerechten Kommunen leisten können, indem sie eine Kultur der Fürsorge in Städten fördern. Die Autorinnen verweisen aber auch auf die Herausforderungen, die die Umsetzung von Caring-City-Ansätzen mit sich mitbringen kann.

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