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Klimafolgenanpassung und Resilienz

Digitale Transformation im Quartier

Straßencafé mit Gästen und überlagerte digitale Datenvisualisierung aus Binärcode und Netzwerkstrukturen.
14. Jan., 2022

Solidarität, Krisenmanagement und soziale Kohäsion

Ausgangslage

Die alltägliche Lebensführung der Menschen in Quartier und Nachbarschaft war schon lange vor Corona durch eine Vielzahl digitaler Medien beeinflusst. Mit den pandemiebedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sind die Menschen zudem zunehmend darauf angewiesen, ihre gewohnten, privaten sowie beruflichen Lebenspraktiken soweit wie möglich ins Digitale zu verlagern. Auch im Bereich der nachbarschaftlichen Unterstützungs- und Hilfeleistungen nahmen digitale Tools für die Organisation und Koordination des Engagements eine zentrale Rolle ein. Die Corona-Pandemie hat damit kurzfristig einen Digitalisierungsschub ausgelöst, der zumindest temporär – so die Hypothese - mit einer Bedeutungszunahme der digitalen Sphäre sowie einer Hybridisierung nachbarschaftlicher Praktiken einhergeht (Becker/Schnur 2020).

Die Vorteile der Digitalisierung wirken sich allerdings nicht auf alle Teile der Gesellschaft in gleicher Weise aus. Sozialräumliche Segregation geht mit einer Segregation digitaler Kompetenzen und diesbezüglicher Handlungsmöglichkeiten einher, weshalb zu vermuten ist, dass die ressourcenstärkeren Quartiere und Haushalte während der Krise von der Nutzung digitaler Medien am meisten profitieren. Auf der einen Seite könnten digitale Plattformen somit die Kontaktdichte, den Ressourcentransfer und die soziale Kohäsion in Krisenzeiten temporär erhöhen, aber auf der anderen Seite die soziale Ungleichheit auf Quartiers- und Haushaltsebene tendenziell verstärken.

Ziel

Mit dem Forschungsprojekt „Digitale Transformationen im Quartier“ wollen wir daher untersuchen, welche Veränderungen durch die coronabedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen hinsichtlich des digitalen Wandels in unterschiedlichen Quartieren angestoßen wurden. Als Ausgangspunkt dient dabei das krisenbezogene Engagement und die Frage, wie sich digitalbasierte Unterstützungsstrukturen langfristig auf nachbarschaftliche Hilfestellung, die Kommunikation und Beziehungen zwischen Nachbarinnen und Nachbarn sowie ihre Alltagspraktiken auswirken.

Dabei interessiert uns besonders die Rolle von sozialen Medien wie Facebook und Telegram sowie der Nachbarschaftsplattform nebenan.de. Ziel des Projektes ist es herauszustellen, welchen nachhaltigen Beitrag die Nutzung digitaler Medien für den sozialen Zusammenhalt in Nachbarschaften leisten kann und welche (neuen) sozialen Selektivitäten daraus entstehen. Diese Fragen werden wir mit einem hybriden Forschungsansatz in ausgewählten Berliner Nachbarschaften kontrastierend untersuchen.

Publikationen zum Projekt

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