Ausgangslage
Seit Ende 2025 ist mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung der „Bau-Turbo“ in Kraft. Die intensiv diskutierten Vorschriften in §§ 31 Abs. 3, 34 Abs. 3a und 246e BauGB sollen Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen und den Wohnungsbau ankurbeln. Kommunen stehen jetzt vor der Aufgabe, die neuen Handlungsspielräume in ihre bestehenden Planungs-, Entscheidungs- und Beteiligungsprozesse zu integrieren und gleichzeitig zentrale Anforderungen an städtebauliche Qualität, Umweltbelange, soziale Ausgewogenheit sowie Akzeptanz in Politik und Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Die Wirksamkeit des „Bau-Turbos“ hängt maßgeblich davon ab, wie Kommunen die neuen Regelungen anwenden, organisatorisch einbetten und politisch legitimieren.
Ziel
Im Mittelpunkt des mehrjährigen Forschungsvorhabens steht die Frage, inwiefern der „Bauturbo“ tatsächlich dazu beiträgt, den Wohnungsbau anzukurbeln und zugleich städtebauliche Qualitäten zu sichern. Hierfür wird die Gesetzesanwendung in der kommunalen Praxis systematisch begleitet und die Erkenntnisse praxisgerecht aufbereitet. Anhand von Erfahrungen aus acht Modellvorhaben, Dialogformaten und wissenschaftlichen Analysen werden im Projektverlauf sowohl kurzfristige, praxisnahe Hilfestellungen für Kommunen erarbeitet als auch langfristige Grundlagen für die Evaluation und Weiterentwicklung des Bauplanungsrechts geschaffen.


