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Lokale Demokratie

Soziale Benachteiligung und politische Partizipation

Diverse erhobene Hände mit Sprechblasen symbolisieren kollektive Stimme und politische Partizipation.
5. März, 2019

Ausgangslage

Zu den aktuellen Krisensymptomen westlicher Demokratien zählen zunehmendes Desinteresse an politischen Debatten, Wahlabstinenz sowie die Zustimmung zu anti-pluralistischen oder auch verschwörungstheoretischen Ansichten größerer Teile der Bevölkerung. Dabei gelten besonders marginalisierte Gruppen als anfällig, da sie in der Vergangenheit meist durch soziale Reformen benachteiligt wurden und vom wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre nur wenig profitierten. Soziale Benachteiligung findet oft entlang der Achsen Klasse, Ethnizität, Geschlecht und körperlicher- bzw. geistiger Verfassung statt. Dabei fehlt sozial benachteiligten Gruppen auch überproportional der Zugang zu politischer Teilhabe. Viele dieser Menschen erleben sich vermehrt als Verlierer demokratischer Aushandlungsprozesse. Häufig überwiegen daher negative Einstellungen gegenüber dem politischen System.

Gerade die lokale Demokratie bietet hingegen das Potenzial durch niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten und einen geringen Teilnahmeaufwand, räumliche Nähe und die unmittelbare Sichtbarkeit der Ergebnisse politischer Intervention, marginalisierte Gruppen stärker in Aushandlungsprozesse einzubeziehen. Besonders non-formale Formate der Beteiligung sind hierfür interessant, da Menschen dort konkret und lebensweltnah sowie unter Nutzung sozial-räumlicher Netzwerke partizipieren können.

Das Projekt knüpft an die vhw-Forschung zur Inklusivität lokaler Demokratie und die Betrachtung von Quartiers- und Milieukontexten an. In der Vergangenheit stellte sich immer wieder die Frage, wie demokratische Beteiligung zukünftig vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheit gestaltet werden muss.

Ziel

Das Forschungsprojekt untersucht die organisatorischen Hintergründe und individuellen Voraussetzungen politischer Partizipation marginalisierter Menschen. Betrachtet werden dabei informelle Gruppen, Organisationen und Strukturen, die auf lokaler Ebene politische Beteiligung durch Meinungs- und Willensbildung, kollektives Handeln sowie konkrete Entscheidungsfindung verwirklichen.

Zentrale Fragen sind:

  • Welche Strukturen ermöglichen oder behindern die politische Partizipation Marginalisierter?
  • Welche Rolle spielen diese Aktiven innerhalb der Gruppen, Organisationen und Strukturen?
  • Welche Motivationen, Ressourcen, biografischen Hintergründe, Politikverständnisse bewegen die Aktiven?
  • Welche Rolle spielen soziale Netzwerke und der sozial-räumliche Kontext vor Ort?

„Ich mache selber für mich Politik. Mit oder ohne Stimme […]. Wenn du was verändern willst, dann musst du bei dir selbst anfangen und dann bei den nächsten, deinem Umfeld und danach kannst du deine Umwelt oder deinen Stadtteil vielleicht verändern […]. Wenn sich was bewegt, dann bin ich nicht angewiesen auf Politiker oder die Leute, die am längeren Hebel sitzen. Einfach machen, tun, aufstehen, weitermachen, sich selbst motivieren. Und gemeinnützige und nachhaltige Projekte fördern und fordern“ (Ein politisch Aktiver 2020: 49)

Publikationen zum Projekt

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