Bau-Turbo in der Praxis: vhw nimmt Arbeit auf

Mai 2026

Die wissenschaftliche Begleitung des Forschungsprojekts "ExWoSt - Umsetzungslabor Bau-Turbo: Modellvorhaben und Praxisforum" ist gestartet. Im April 2026 vergab das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) das mehrjährige Projekt an das Deutsche Institut für Urbanistik (difu), den vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. und Forward Planung und Forschung. Die zentralen Fragen sind dabei: Wie können durch den „Bau-Turbo“ Planungs- und Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau spürbar beschleunigt werden - und wie kann dabei gleichzeitig städtebauliche Qualität gesichert bleiben? Ziel ist es, die Gesetzesanwendung in der kommunalen Praxis systematisch zu begleiten, Erfahrungen auszuwerten und daraus Erkenntnisse für eine mögliche Weiterentwicklung des Instrumentariums abzuleiten. 

Seit Ende Oktober 2025 ist mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung der „Bau-Turbo“ in Kraft. Die intensiv diskutierten Vorschriften sollen den Wohnungsbau ankurbeln und die Planungs- und Genehmigungsprozesse für Bauvorhaben beschleunigen. Zugleich ist die praktischen Umsetzung mit konkreten fachlichen, organisatorischen und rechtlichen Fragestellungen verbunden. Kommunen stehen jetzt vor der Aufgabe, die neuen Handlungsspielräume in ihre bestehenden Planungs-, Entscheidungs- und Beteiligungsprozesse zu integrieren und gleichzeitig zentrale Anforderungen an städtebauliche Qualität, Umweltbelange, soziale Ausgewogenheit sowie Akzeptanz in Politik und Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Die Wirksamkeit des „Bau-Turbos“ hängt maßgeblich davon ab, wie Kommunen diese neuen Regelungen konkret anwenden, organisatorisch einbetten und politisch legitimieren.

Anhand von Erfahrungen ausgewählter Modellvorhaben, Dialogformaten und wissenschaftlichen Analysen werden im Projektverlauf sowohl kurzfristige, praxisnahe Hilfestellungen für Kommunen erarbeitet als auch langfristige Grundlagen für die Evaluation und Weiterentwicklung des Bauplanungsrechts geschaffen.

Aus dem vhw wird das Projekt durch ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Bernhard Faller, Dr. Diana Coulmas, Petra Lau, Franziska Steinbach und Christian Höcke, bearbeitet. Die Gesamtprojektleitung liegt beim difu. Das Projekt ist bis 2029 angelegt.