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Besserer Schutz der Gewässer vor Spurenstoffen geplant

März 2019

Gewässer Flusslandschaften
© Olivia.Fotolia

Auf Initiative des Bundesumweltministeriums (BMU) haben sich Unternehmen, Umweltverbände, Wasserwirtschaft, Länder und Kommunen im Rahmen des Stakeholder-Dialogs auf neue Maßnahmen zur Verringerung von Spurenstoffen wie Arzneimitteln oder Chemikalien in Gewässern verständigt.

Alle Beteiligten wollen die neuen Maßnahmen zunächst in einer einjährigen Pilotphase testen. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse soll eine gemeinsame, umfassende Spurenstoffstrategie entwickelt werden. Die Pilotmaßnahmen wurden am 19. März 2019 im Rahmen einer Konferenz im BMU vorgestellt und diskutiert.

Die Teilnehmer des Dialogs haben sich für die Pilotphase auf folgende wichtige Maßnahmen verständigt:

  • Um mehr Klarheit darüber zu bekommen, welche Spurenstoffe für den Gewässerschutz besonders relevant sind, haben die Dialogteilnehmer gemeinsame Bewertungskriterien festgelegt.
  • Die Hersteller haben sich dazu bekannt, konkrete Minderungsmaßnahmen für einzelne dieser Spurenstoffe zu ergreifen.
  • Die Teilnehmer haben einen Orientierungsrahmen formuliert, um zu prüfen, an welchen Kläranlagen in Deutschland eine erweiterte Abwasserbehandlung zur Elimination von Spurenstoffen besonders sinnvoll ist. Die Länder können anhand dieses Rahmens Kläranlagen identifizieren, die dahingehend nachgerüstet werden sollen.
  • Eine Substanzgruppe, die vermehrt in Gewässern nachweisbar ist, sind jodierte Röntgenkontrastmittel. Diese sind extrem langlebig. Auch wenn es noch keinen Nachweis über ihre Umweltschädlichkeit gibt, werden die beteiligten Akteure prüfen, wie sie diese noch vor Ort in der Praxis oder im Krankenhaus zurückhalten können statt sie im Abwasser zu entsorgen.
  • Durch gemeinsame Informationskampagnen sollen Verbraucherinnen und Verbraucher für den gewässerschonenden Umgang mit diesen Stoffen sensibilisiert werden.

Damit präsentiert das Umweltministerium kurz nach der Veröffentlichung der EU-Strategie zu Arzneimitteln in der Umwelt am 11. März 2019 und vor dem Weltwassertag am 22. März einen Beitrag zur Verringerung von Spurenstoffeinträgen, der viele der von der EU vorgeschlagenen Handlungsfelder aufgreift.

Weitere Informationen: Ergebnispapier zur Phase 2 des Stakeholder-Dialogs "Spurenstoffstrategie des Bundes"
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vom 19. März 2019