Demokratie braucht Teilhabe, verlässliche Information – und Orte, an denen Menschen diskutieren und Kompromisse aushandeln können. Digitale Technologien und neue Kommunikationsformen haben die gemeinsam geteilte Öffentlichkeit jedoch in eine Vielzahl von (Teil-)Öffentlichkeiten verwandelt. Lokalmedien verlieren an Relevanz und Reichweite oder verschwinden ganz, Algorithmen, Social Bots oder KI erleichtern Propaganda, Desinformation und Hate Speech, viele Bürgerinnen und Bürger ziehen sich zurück oder tauschen sich nur noch in ihren jeweiligen Kommunikationsräumen aus.
Der vhw e. V. hat zu diesen Entwicklungen die Studie „Local Open Public Space – Kommunikationsinfrastrukturen für die lokale Demokratie“ (i. E.) in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun präsentiert werden. Gemeinsam mit den Forschungspartnerinnen und -partnern der Universität Zürich, der Hochschule Düsseldorf und des SINUS-Instituts Heidelberg/Berlin richtet er am 20. April 2026 die Fachveranstaltung „Digitale Räume für demokratischen Austausch: Wie wir lokale Öffentlichkeit neu gestalten“ aus. Dabei wird ein geladener Expertenkreis aus Medien, Zivilgesellschaft und der kommunalen Familie die aktuellen Herausforderungen anhand der Studie analytisch beleuchten und diskutieren.
Die Autorinnen und Autoren werden die Folgen des sozio-technischen Wandels für die lokale Öffentlichkeit und damit für die kommunale Politik auf Basis einer breit angelegten Literatur- und Datenanalyse darlegen. Betrachtet werden nicht nur Lokalmedien und der lokale Journalismus, sondern ebenso die kommunale Verwaltung sowie die Akteure des intermediären Systems ‒ Parteien, Vereine, NGOs ‒ und die Entwicklung der Mediennutzung und die Erwartungen der Bevölkerung. Anhand dreier Fallstudien aus den Städten Essen und Wuppertal sowie dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz werden sie überdies aufzeigen, wie Politik, Medien und zivilgesellschaftliche Akteure auf diese Veränderungen reagieren können. Dazu haben sie konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.
Die Studie knüpft an umfangreiche Vorarbeiten an, zu denen unter anderem drei vhw werkSTÄDTE erschienen sind.
Zum Forschungsprojekt „Kommunikationsinfrastruktur für die lokale Demokratie“