Kommunale Erfahrungen mit Konzeptverfahren: Erste Befunde aus zwölf Fallstudien

Juni 2026

Immer mehr deutsche Städte und Gemeinden nutzen Konzeptverfahren, um ihre Liegenschaften an jene Akteure zu vergeben, die darauf gute Konzepte realisieren. Das zeigt das im Sommer 2025 gestartete vhw-Forschungsprojekt „Wettbewerb zukunftsfähiger Qualitäten. Das Konzeptverfahren als Instrument für eine sozial-ökologische Wohnraumversorgung?“: Dabei wurden in einer bundesweiten Recherche mehr als 300 Kommunen identifiziert, die Konzeptverfahren anwenden. Doch wie genau gehen sie dabei vor?

Das untersucht der Projektpartner StattBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH im Auftrag des vhw in einer vertiefenden Analyse mit 12 Fallstudien, darunter erfahrene wie auch kleinere Kommunen, die erstmalig dieses Instrument anwenden. Erste Befunde des Forschungsteams um Dr. Manuel Lutz wurden nun Ende Mai in Hamburg vorgestellt und gemeinsam mit Fabian Rohland (Projektleiter vhw) sowie Vertreterinnen und Vertretern der untersuchten Kommunen diskutiert. Die Zwischenergebnisse offenbaren eine Vielfalt von Anwendungsweisen, die sich teils deutlich unterscheiden – je nachdem, ob Konzeptverfahren dazu genutzt werden, um neue Stadtentwicklungsgebiete gezielt zu entwickeln oder um geeignete Nutzungen für schwierige Grundstücke zu finden.

Zentrale Herausforderung in jeder Fallstudie sind erschwerte Rahmenbedingungen wie etwa die prekäre Haushaltslage, Flächenknappheiten oder Baukostensteigerungen, weshalb alle Kommunen Wege suchen, die städtischen Anforderungen mit der Leistbarkeit der bauenden Akteure in Balance zu bringen. Als klare Muster erkennbar sind dabei die Vergabe nach Festpreis und das Eingehen auf die Belange der Bewerberinnen und Bewerber durch verschiedene Formate wie Markterkundung, Beratung und Dialog. An einzelnen Stellschrauben werden zudem Austausch- und Anpassungsbedarfe gesehen – zum Beispiel, wie Anforderungen formuliert und gewichtet werden, welche Möglichkeiten der Grundstückswertermittlung es gibt und bei der Frage, wie die Umsetzung der Ergebnisse vertraglich gesichert werden kann. Die intensive Diskussion mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen unterstreicht, dass das Konzeptverfahren ein geeignetes Instrument ist, das es weiterzuentwickeln gilt.

Zum Forschungsprojekt „Wettbewerb zukunftsfähiger Qualitäten. Das Konzeptverfahren als Instrument für eine sozial-ökologische Wohnraumversorgung?“