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"Mieterticket plus" soll Verkehr und Parkplätze in bayerischen Städten und Gemeinden einsparen

November 2019

© ArTo.Fotolia

Bayerns Bau- und Verkehrsminister Hans Reichart will mit Einführung eines "Mieterticket Plus" den Bau von Stellplätzen bei Neubauten ersetzen. Die Idee dahinter ist simpel. Reichhart: "Wer  von seinem Vermieter attraktive ÖPNV-Angebote bekommt, ist eher bereit, sein Auto stehen zu lassen oder auf ein Auto in der Stadt sogar ganz zu verzichten. Der Vermieter selbst hat auch etwas davon. Der Preis für ein Jahresticket oder eine Mobilitätsflatrate ist um ein Vielfaches günstiger als die Ablöse oder der Bau eines Stellplatzes. Genau hier wollen wir ansetzen. Davon haben alle etwas." Reichhart hat deshalb jetzt das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) beauftragt, die Rahmenbedingungen sowie Kosten und Nutzen für Mietertickets zu klären.

Der Verkehrsminister sieht darin ein großes Potential, mehr Menschen für den ÖPNV und auch neue Mobilitätsformen zu begeistern. Ziel sei es, dabei gleichzeitig auf das zusätzliche Versiegeln von Fläche zu verzichten und den Stau in den Innenstädten zu verringern. Schon jetzt böten Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften ihren Mietern spezielle Angebote für den ÖPNV an. Diese Idee wolle man jetzt generalisieren und um neue Mobilitätsformen erweitern.

Das Deutsche Institut für Urbanistik soll Vorschläge und ein Berechnungstool für Kommunen, Wohnungsbau- und Verkehrsunternehmen entwickeln, die in Zukunft ein solches "Mieterticket plus" einführen wollen. Die Fachleute sollen im Detail darlegen, wie rechtliche Rahmenbedingungen anzupassen sind und welche verkehrlichen und städtebaulichen Auswirkungen Mietertickets haben. Auch erwartet sich Reichhart eine detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnung für alle beteiligten Akteure, wie Mieter, Vermieter, Kommunen, Wohnungswirtschaft und Verkehrsunternehmen. Die ersten Zwischenergebnisse sollen bereits im Frühjahr 2020 vorliegen. Quelle/Weitere Informationen: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Pressemitteilung vom 13. November 2019