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Projektlabor schafft neue Perspektiven für Bildungsnetzwerk

Juli 2017

Foto vom Projektlabor
© vhw

Gemeinsam mit dem Projektpartner Quartiersmanagement Flughafenstraße veranstaltete der vhw Ende Juni 2017 ein Projektlabor zum Thema Bildungsvernetzung. Mit über 50 Teilnehmenden aus Bildungsreinrichtungen, sowie Eltern, Schülern, Verantwortlichen aus Bildungsverbünden und Verwaltung, war die Veranstaltung gut besucht. Für den vhw stellte die Veranstaltung vorerst den Abschluss des Projekts dar. Für den Projektpartner und die Akteure vor Ort ist sie hingegen erst der Auftakt für eine intensivere Zusammenarbeit im lokalen Bildungsnetzwerk.

Vorausgegangen war ein einjähriger Prozess, in dem Einzelgespräche mit Akteuren und Nutzern geführt wurden. Projektideen wurden in diesem Rahmen vorab herausgearbeitet. Im Projektlabor wurden diese schließlich hinsichtlich ihrer konkreten Realisierungsmöglichkeiten diskutiert.

Die erarbeiteten Projektideen sind ein Bildungsfest, zum besseren Kennenlernen der Akteure untereinander, der Ausbau einer ehemaligen Schulturnhalle, als Ort zur Freizeitgestaltung am Nachmittag für Jugendliche, sowie die reibungslosere Gestaltung von Übergängen von einer Bildungsinstitution in eine andere. Basierend auf den Erkenntnissen einer im November letzten Jahres durchgeführten Netzwerkanalyse wurde festgestellt, dass die untersuchten Schulen bereits über ein Eigennetzwerk an Kontakten mit anderen formellen und informellen Bildungsakteuren verfügen, mit denen sie Projekte erfolgreich umsetzen. Die Kontakte zwischen den Schulen und den nonformellen Bildungsakteuren können jedoch noch weiter intensiviert werden. Die an diesem Tag besprochenen Projekte leisten einen Beitrag diese Aufgabe zu erfüllen. Sie tragen somit erheblich zur zukünftigen Intensivierung der lokalen Netzwerkarbeit bei.

Insbesondere durch die Einbeziehung verschiedener Gruppen von Nutzern wurden neue Perspektiven auf die Projekte eingebracht. Der Beitrag des vhw war es, in einem interaktiven Projektentwicklungsprozess verschiedene Ideen zusammenzutragen und deren Für und Wider herauszuarbeiten. Somit wurde die Arbeitsweise erweitert, die meist bei der Entwicklung von Netzwerken angewandt wird. Werden sonst in erster Linie Leitungen und Fachpersonal in diesen Prozess einbezogen, schloss der vhw auch die Perspektive anderer Gruppen mit ein. Als Resultat flossen zum einen Wissen und Wünsche von Eltern, Lehrern und Schülerinnen und Schülern in die Entwicklung der Projekte mit ein. Zum anderen sind auf diese Weise wichtige Multiplikatoren angesprochen worden, die das zivilgesellschaftliche Bewusstsein für die Arbeit von Bildungsinstitutionen in der Nachbarschaft erhöhen.

Projektleiter Sebastian Beck, zieht den Schluss: Versteht man Bildung als Gegenstand von Stadtentwicklung, analysiert dazu die aktuellen Strukturen, baut darauf noch einen Dialog mit allen Beteiligten, Einwohnern wie Akteuren, auf, "ernten" alle. Bildungsarbeit ist vor allem Netzwerkarbeit, die oft schon läuft, aber immer auch noch ein bisschen vernetzter laufen könnte.