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Schulentwicklung als Pfad der Quartiersentwicklung

November 2014

Blick über Karlsruhe
© Jonathan Stutz.fotolia

Das Städtenetzwerkprojekt in Karlsruhe Rintheim kann für sich verbuchen, gemeinsam mit Stadt und Stadtgesellschaft an einem gemeinsamen Verständnis für das Projekt Ganztagsschule am Standort der Grundschule Heinrich-Köhler-Schule gearbeitet zu haben. Die Arbeit des vhw an der Bildungslandschaft in Karlsruhe Rintheim ist damit zu einem Ziel geführt, das seitens der beteiligten Akteure als erfolgreiche Kooperation betrachtet wird. Im Ergebnis konnte eine Ganztagsschule konzipiert werden, die auf die Bedarfe der Kerninstitutionen von Jugendhilfe und Schule und der Kernzielgruppen von Eltern und Schülern abgestimmt werden konnte. Diese Arbeit lässt allerdings weitergehende Entwicklungspfade offen, insbesondere mit Blick auf den Zusammenhang von Bildung und Stadtentwicklung.

Dieser Beitrag geht der Frage nach, wo die Lernmomente des seitens des vhw begleiteten Dialogprozesses liegen. Allem voran steht dabei die Erkenntnis, dass eine strategische Behandlung des Zusammenhangs von Bildung und Stadtentwicklung mit Blick auf die Rahmensetzungen des Karlsruher Projekts einer organisatorischen Neuaufstellung bedarf. Eine strategisch ausgerichtete zielorientierte und verbindliche Zusammenführung der Perspektiven von Bildung und Stadtentwicklung auf Stadtteilebene benötigt eine direkte Anbindung an die Leitungsebenen anderer Dezernate bzw. an den Oberbürgermeister: dies bleibt in Karlsruhe bislang ein Desiderat. Allerdings: Es gibt mit der neuen Ganztagsschule ein Potenzial, die lokale Bildungslandschaft in Rintheim über die Momente einer Kooperation von Jugendhilfe und Schule und einer an den Kernzielgruppen orientierten Schulentwicklung hinaus zu gestalten. Dabei zeichnen sich zwei offene Entwicklungspfade ab: (1) Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Wirtschaft und (2) Sozialer Raum als Bildungsraum.

Der Dialog zur Ganztagschulentwicklung in Rintheim ist ein Lernmoment für das Handlungsfeld Bildungslandschaft in Karlsruhe. Dabei ist zu konstatieren: Schulentwicklung allein ist nur ein Element eines Ansatzes, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Die Momente sozialer Entmischungsprozesse und die unterschiedlich ausgeprägten und vor allem sozial selektiv differenzierenden Zugänge zu bürgerschaftlichem Engagement und partizipativer Mitbestimmung sind ebenfalls zu stemmen. Allerdings: eine gute Schulentwicklung hat einen positiven Signalcharakter für die Quartiersentwicklung! Der nächste Schritt wäre, die Akteure der Zivilgesellschaft in diese Koordinationsleistungen einzubinden: mit Blick auf die lokalen Vereine und die Eltern ist dies strukturell im Konzept der neuen Ganztagsschule angedacht. Wie so etwas aussehen kann, und welche Fragen dabei eine Rolle spielen, das ist in diesem Beitrag skizziert. Nehmen wir das als potenzialorientiertes Resümee, das sich nicht damit begnügt, den Karlsruher Dialogprozess als in sich abgeschlossene erfolgreiche Veranstaltung zu bewerten. Orientieren wir uns an dem Slogan des Karlsruher Stadtmarketings: Karlsruhe: viel vor. viel dahinter.

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