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Studie zu Kita-Gebühren: Große regionale Unterschiede

Januar 2019

© Andrey Kuzmin.Fotolia

Je nach Stadt, Alter des Kindes und Einkommen gibt es bundesweit große Unterschiede bei den erhobenen Kita-Gebühren. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat erstmalig die Gebührenordnungen der 26 größten deutschen Städte sowie aller Landeshauptstädte untersucht.

Ob und wieviel Eltern für die Kita ausgeben müssen, hängt demnach stark vom Wohnort ab. Beispielsweise hat Berlin die Kitagebühren komplett abgeschafft, Eltern in Rheinland-Pfalz müssen nur für Kinder unter zwei Jahren zahlen und Hamburg bietet eine kostenlose Grundbetreuung mit maximal 25 Stunden pro Woche und Mittagessen. Pech haben dagegen Eltern in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein Pech: Hier ist nicht einmal das letzte Kindergartenjahr kostenlos.

Bundesweit gleichen die Elternbeiträge also einem Flickenteppich. Die Studie veranschaulicht: Ein Paar, das in Köln 50.000 Euro brutto verdient und ein anderthalbjähriges Kind 35 Stunden in der Woche betreuen lässt, zahlt dafür im Schnitt 298 Euro monatlich. In Düsseldorf – weniger als 50 Kilometer entfernt und im gleichen Bundesland – würde dasselbe Paar nur 125 Euro bezahlen, in Berlin wäre die Betreuung kostenlos. Die Gebühren sind in vielen, aber bei weitem nicht in allen Städten nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt, ermittelte das IW. Und selbst in den Städten, in denen dies der Fall ist, gibt es deutliche Unterschiede: Duisburg verlangt den maximalen Elternbeitrag beispielsweise ab einem Bruttoeinkommen von 75.000 Euro, Münster dagegen erst ab 150.000 Euro.

Um tatsächlich die Gebühren in Deutschland zu vereinheitlichen, müssten sie konsequenterweise überall abgeschafft werden. Nur so würde niemand benachteiligt werden, schlussfolgert Studienautor und IW-Ökonom Wido Geis-Thöne, der für die Studie die Gebührenordnung aller deutschen Städte mit mehr als 250.000 Einwohnern sowie aller kleineren Landeshauptstädte untersucht hat. „Ohne hohe Bundes- und Landeszuschüsse wäre das für die meisten Städte und Gemeinden finanziell aber kaum machbar.“ Diese seien auf die Gebühren dringend angewiesen, vor allem um die Betreuung zu verbessern und neue Plätze zu schaffen, auf die viele Eltern sehnlich warten. Quelle/Weitere Informationen: Pressemitteilung des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 2. Januar 2019

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