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Wehrhafte Räume oder defensive Architektur? werkSTADT zu Ordnungs-und Sicherheitsarchitekturen in öffentlichen Räumen

Dezember 2020

© Dr. Eric M. Tenz

Sicherheit und Ordnung in öffentlichen Räumen sind Themen, die in Politik und Gesellschaft oft diskutiert werden. Sie werden in unterschiedlichen Kontexten verhandelt: Sei es mit Blick auf Anschläge; sei es mit Bezug zu Kriminalität wie z. B. Gewalttaten oder Drogendelikten; sei es im Kontext von Armut und sozialer Not wie sie z. B. in Form von Wohnungslosigkeit zum Ausdruck kommt; oder sei es mit Blick auf Sub- und Jugendkulturen, die durch unangepasstes Verhalten scheinbar die öffentliche Ordnung stören. Die baulich-physische Gestaltung öffentlicher Räume – v. a. der Einsatz von Elementen der Architektur – spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle.

Im Kontext von Wohnungslosigkeit lassen sich seit einigen Jahren in Deutschland und im internationalen Kontext zwei wirkmächtige Erzählungen über Ordnung und Sicherheit und die Rolle von Architektur in öffentlichen Räumen beobachten: 1. Die Erzählung der bedrohten, wehrhaft zu machenden öffentlichen Räume. 2. Das Narrativ der feindseligen, von defensiver Architektur geprägten öffentlichen Räume. Ziel dieses Beitrags ist es, die beiden Erzählungen über wehrhafte Räume und defensive Architekturen in öffentlichen Räumen im Kontext von Wohnungslosigkeit zu rekonstruieren, zu vergleichen und daraus erste Schlussfolgerungen für Wissenschaft und Praxis abzuleiten. Methodisch greift die Arbeit einerseits auf Informationen zurück, die wissenschaftlichen als auch nicht-wissenschaftlichen Quellen (u. a. Zeitung, Radio, Webseiten) entstammen; andererseits speist sich der Text aus Materialien, die der Autor im Rahmen von Ortsbegehungen in Berlin und Gelsenkirchen (insb. Fotos, Feldnotizen) sowie Fachveranstaltungen und -gesprächen gewonnen hat.

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