Die soeben erschienene vhw werkSTADT Nr. 77 geht der Frage nach, was sich unter dem oft nur schemenhaft umrissenen Begriff der Zivilgesellschaft heute verstehen lässt, welche Funktionen und Erwartungen damit einhergehen und welche Schlüsse sich daraus für einen politischen Umgang mit der Zivilgesellschaft ziehen lassen. In seinem Essay nähert sich der Autor Thomas Kuder zunächst dem Begriff der Zivilgesellschaft, um dann zu fragen, welchen Beitrag diese für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tatsächlich leisten kann. Er betont dabei, wie wichtig ein objektiver, wissenschaftlich fundierter und politisch neutraler Blick auf die Zivilgesellschaft sei, vor allem wenn es um die Vergabe von Fördergeldern an Teile der Zivilgesellschaft geht. Denn selbst in wohlmeinenden zivilgesellschaftlichen Einrichtungen gebe es Interessen und Wertvorstellungen, die unabhängig von der jeweiligen politischen Ausrichtung den Grundwerten des Staates widersprechen könnten.