Resilienz gilt in den aktuellen planerischen Debatten als ein Schlüsselkonzept – erstrebenswert, positiv besetzt und mit dem Anspruch verbunden, dem Gemeinwohl zu dienen. In der Ausgabe Nr. 82 der vhw werkSTADT setzt sich Dr. Lars Wiesemann, Koordinator des Forschungsclusters Urbaner Wandel und gesellschaftlicher Zusammenhalt, mit diesen Annahmen auseinander und zeigt, dass der Aufbau urbaner Resilienz auch unerwünschte Nebeneffekte haben kann. Die Publikation arbeitet heraus: In diversifizierten Stadtgesellschaften kann die Frage, wer oder was resilienter werden sollte, sehr unterschiedlich beantwortet werden – je nach Perspektive und Interesse. Eine resilienzorientierte Stadtentwicklung kann deshalb nicht nur Chancen eröffnen, sondern ebenso Konflikte mit sich bringen und sich auf gesellschaftliche Gruppen unterschiedlich auswirken. Um das Konzept im planerischen Handeln reflektiert einzusetzen, lädt die werkSTADT dazu ein, solche Konflikte und unbeabsichtigte Folgen stärker in den Blick zu nehmen – und damit zu einer differenzierteren Diskussion über urbane Resilienz beizutragen.