Schätzungen zufolge leben in Deutschland 600.000 bis 700.000 Menschen ohne Aufenthaltsstatus. Ihre Grundrechte sind dadurch oft massiv eingeschränkt: Bildung, Gesundheitsversorgung sowie gesellschaftliche und politische Teilhabe bleiben ihnen vielfach verwehrt und nicht selten befinden sie sich in prekären und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Wie man die Rechte dieser Menschen stärken und ihre Zugänge zu Ressourcen und Angeboten verbessern kann, war zentrales Thema der Tagung „Illegalität: Prekäre Arbeits- und Aufenthaltssituationen – Handlungsansätze“ am 11. und 12. März 2026 in Berlin. Sie wurde vom Katholischen Forum Leben in der Illegalität und dem Rat für Migration e. V. ausgerichtet. Nina Böcker vom vhw e. V. moderierte eine Session, in der kommunale Lösungsansätze im Mittelpunkt standen. Prof. Dr. Ilker Ataç präsentierte darin Forschungsergebnisse zu Ansätzen einer inklusiven Gesundheitsversorgung und PD Dr. Henrik Lebuhn stellte Ergebnisse aus dem vhw-Forschungsprojekt "Urban Citizenship“ vor. Er machte deutlich, wie über City-IDs oder inklusive Meldeverfahren „kommunale Mitgliedschaften“ unabhängig von Pass und Aufenthaltsstatus vergeben werden und dadurch die Rechte von Migrantinnen und Migranten mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus auf kommunaler Ebene gestärkt werden können.