Wohnen auf dem Land: Einfamilienhäuser als Schlüssel zur Wohnraumversorgung

März 2026

Unternehmen in ländlichen Regionen fällt es zunehmend schwer, Fachkräfte zu gewinnen, weil Wohnraum fehlt. Auch Kommunalverwaltungen haben Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu vermitteln. Paradox erscheint dabei, dass zugleich in einzelnen Orten Gebäude leer stehen oder von sehr kleinen Haushalten bewohnt werden. Dieses Spannungsfeld zwischen Wohnungsmangel und Leerstand stand im Mittelpunkt des 21. Forums für den ländlichen Raum, zu dem die LAG Fläming-Havel e. V., die Wirtschaftsförderung des Landkreises Potsdam-Mittelmark und die TGZ PM GmbH Mitte März an den Seddiner See eingeladen hatten. Einen Schwerpunkt setzte dabei Fabian Rohland, Seniorwissenschaftler beim vhw e. V., mit seinem Vortrag „Das Einfamilienhaus als dominante Wohnform im ländlichen Raum: Herausforderungen, Nachfragepotenziale und Entwicklungsperspektiven".

Im Fokus der Veranstaltung standen zwei Leitfragen: Wie lassen sich vorhandene Potenziale vor Ort aktivieren? Und welche Wege führen zu bezahlbarem Bauen, das regionalen Bedarfen entspricht? Fachleute, Kommunalvertreterinnen und -vertreter sowie Akteurinnen und Akteure der Wohnungswirtschaft diskutierten über Lösungsansätze für diese zentrale Herausforderung, die viele Regionen bewegt.

In seinem Vortrag ordnete Fabian Rohland zunächst die Wohnungsmarktsituation des Landkreises Potsdam-Mittelmark ein. Daten zu Mieten, Leerständen und Wanderungsverflechtungen machen demnach eine fragmentierte Marktstruktur im Landkreis deutlich: „Die angespannte Lage, die in Teilräumen spürbar ist, wird wesentlich durch die Nachbarmärkte Potsdam und Berlin beeinflusst.“ Darüber hinaus zeige sich, dass das Einfamilienhaus die Wohnraumversorgung im Landkreis dominiere – wie auch in vielen anderen Umlandgemeinden und ländlichen Regionen. Das Eigenheim gilt nach wie vor vielen Menschen als Wohnideal; zugleich steht es in der wohnungspolitischen Diskussion aus sozialen, ökonomischen, ökologischen und städtebaulichen Gründen teils in der Kritik.

Sein Fazit: Wer die wohnungspolitischen Probleme lösen will, sollte auch beim Einfamilienhaus ansetzen – etwa, wenn es darum geht, Umzugsketten anzustoßen, damit vorhandener Wohnraum besser genutzt wird. „Dabei gibt es viele Ansätze und Praxisbeispiele, wie der Einfamilienhausbestand weiterentwickelt werden kann, um diesem bedeutenden Wohnsegment eine Perspektive aufzuzeigen und die Wohnraumversorgung lokal und regional ‚besser' zu gestalten", erklärte er. Gleichwohl fehle bislang eine Skalierung, um in der Breite entsprechend wirksam zu werden.

Zum Themenschwerpunkt "Das Einfamilienhaus – ein Auslaufmodell mit Zukunft"