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Großes Interesse an Radschnellwegen in Baden-Württemberg

Juni 2017

Foto Fahrradschnellweg
© salajean - Fotolia.com

In allen Landesteilen Baden-Württemberg bestehe großes Interesse am Bau von Radschnellverbindungen, teilt das Ministerium für Verkehr mit. Für 29 mögliche Strecken haben 13 Landkreise und Regionalverbände ihr Interesse angemeldet.

Auf wichtigen Pendlerachsen könne ein Teil des Auto-Verkehrs auf das umwelt- und klimafreundliche Fahrrad verlagert werden. Zudem könne die Situation auf überlasteten Zugverbindungen entschärft werden. "Charakteristisch für Radschnellwege ist, dass auch das Kreuzen anderer Verkehrswege schnell geht – durch Brücken, Tunnel oder durch Vorrang für Radfahrer. Radschnellwege sind auf viele Radlerinnen und Radler ausgelegt und daher breiter (4 bis 6 Meter). Radschnellverbindungen ersetzen nicht ein feingliedriges Radverkehrsnetz, aber für Strecken mit vielen Pendlern sind sie das Mittel der Wahl", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

Zur Förderung der Machbarkeitsstudien stellt das Verkehrsministerium rund 1,2 Millionen Euro bereit. Das Land bezuschusst die Studien für Radschnellverbindungen zu 80 Prozent. Die ersten vier Untersuchungen im Auftrag des Regionalverbands Südlicher Oberrhein im Raum Freiburg und Raum Offenburg wurden bereits bewilligt. Ob alle 29 oder sogar noch weitere Machbarkeitsstudien gefördert werden können, wird nach Vorlage der weiteren Förderanträge durch die Regierungspräsidien geprüft werden. Wichtig sei, dass es sich bei den Strecken um potenziell wichtige Verbindungen handelt, bei denen viel Radverkehr zu erwarten ist. Auch müssten gewisse Standards für die Machbarkeitsstudien eingehalten werden. 

Für die Planung und den Bau von Radschnellverbindungen hat der Landtag im Haushalt 3 Millionen Euro für 2017 bereitgestellt. Noch in diesem Jahr plant auch der Bund, den Ländern zur Förderung von Radschnellverbindungen jährlich 25 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Parallel zur Förderung der Machbarkeitsstudien soll vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg aktuell eine landesweite Potenzialanalyse zu Radschnellverbindungen durchgeführt werden. Damit sollen die wichtigsten Radschnellverbindungen identifiziert sowie Qualitätsstandards ausgearbeitet werden. Minister Hermann erläuterte: "Mit der landesweiten Potenzialanalyse und den Machbarkeitsstudien möchten wir die Planungen zu Radschnellverbindungen zügig vorantreiben, damit wir anschließend auch schnell in die Umsetzung kommen, um von den Bundesmitteln zu profitieren".

Auch in der "RadSTRATEGIE Baden-Württemberg" ist das Thema Radschnellwege als wichtiger Baustein zur künftigen Ausrichtung der Radverkehrsinfrastruktur verankert. Es ist dort unter anderem das Ziel enthalten, dass bis 2025 zehn Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg realisiert werden. Quelle/Weitere Informationen: Pressemitteilung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg vom 9. Juni 2017